18
Mai

Schosche & Czernohorszky: Gemeinsam für die Wiener Vielfalt!

Dino Schosche, Migrantenvertreter und Initiator der Integrationswoche, besuchte mit seinem Team den Stadtrat Jürgen Czernohorszky im Wiener Rathaus. Dabei tauschten sich Schosche und Integrations- und Bildungsstadtrat Czernohorszky über aktuelle Debatten zum Thema Integration und Mehrsprachigkeit aus.

Zu Beginn des regen Austausches lobte Stadtrat Jürgen Czernohorszky das Bum Media Projekt Wiener Integrationswoche und die vielen Kooperationspartner: „Eine gelungene Möglichkeit, Vielfalt zu unterstützen“. Dino Schosche bedankte sich für die Unterstützung und die Teilnahme der Wiener Institutionen an dem Projekt: „Auf unserem Weg, die Stadt bunter zu machen und die Vielfalt in den Vordergrund zu stellen, ist die Stadt Wien mit ihren Institutionen ein unerlässlicher Partner.“

Es wurden aber auch unangenehme Themen diskutiert, wie etwa der Kurier-Artikel „Warum junge Türken nicht aufholen“. Im Artikel kommen auch zwei Wiener NMS-DirektorInnen zu Wort und behaupten, unter anderem, dass die SchülerInnen „geistig nicht in Österreich angekommen“ seien und es problematisch sei, dass sie zuhause nur Türkisch sprechen und in den Sommerferien in die Türkei fahren.

Dino Schosche, MigrantInnenvertreter und Initiator der Wiener Integrationswoche, kritisierte die Aussagen: „Die Probleme im Bildungssystem werden mit Sicherheit nicht durch Beleidigungen und Fingerzeig auf eine Gruppe gelöst, sondern mit spezifischen Angeboten, Förderung der interkulturellen Kompetenzen und vor allem mit mehr Wertschätzung für die Mehrsprachigkeit von Kindern.“

Stadtrat Czernohorszky empfahl den Diskurs zu suchen, denn „niemandem sei geholfen, wenn man auf ganze Gruppen zeigt. Wir brauchen eine integrative Bildungspolitik. Die Sprachenvielfalt ist wichtig und Deutsch lernen ist dabei kein Widerspruch. Mehrsprachigkeit ist ein Schatz, der gehoben werden muss. Kindern verbieten zu sprechen ist auf jeden Fall pädagogisch falsch.“ Schosche bat, die Botschaft an die DirektorInnen weiterzuleiten, da sie sich als öffentliche Bedienstete geäußert haben. Denn durch solche Behauptungen würde ein negatives Bild der Wiener Schulen gezeichnet.

Partizipation ist unerlässlich
Czernohorszky und Schosche teilen ein zentrales Anliegen: Die Vielfalt der Gesellschaft muss sich auch in der Belegschaft der Stadt Wien widerspiegeln. Im Rahmen der Integrationswoche präsentierte Bum Media den ersten Partizipationsbericht: „Die schlechten Ergebnisse daraus sollen als Gelegenheit gesehen werden, die Institutionen der Stadt Wien gemeinsam bunter zu machen“, so Schosche. „Das Monitoring der Diversität bei der Stadt ist auch ein Argument, um die Situation zu verbessern. Wir stellen uns der Aufgabe und sehen eine positive Entwicklung im Diversitätsmonitor 2017“, so Jürgen Czernohorszky.

„Indem wir uns gemeinsam für eine vielfältige Gesellschaft einsetzen und die Teilhabe der MigrantInnen fördern, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Integration“, so Schosche und Czernohorszky abschließend.

Pressefotos: https://www.dropbox.com/sh/kkkdyq02vtobf6q/AAAzZbz1iH2NaLyI1wptvYRHa?dl=0
Fotocredit: Michael Mazohl / Bum Media